Die Wahl der passenden Konfiguration eines Antriebsstrangs ist für Maschinen- und Anlagenbauer eine zentrale Herausforderung. Sie beeinflusst nicht nur die ökologische Bilanz eines Unternehmens, sondern auch maßgeblich die wirtschaftliche Performance er Maschine über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Ein Blick auf die Gesamtkosten eines Antriebs (Total Cost of Ownership, TCO) zeigt deutlich, warum: Den größten Anteil machen die Betriebskosten (OPEX) aus, während die Investitionskosten (CAPEX) häufig lediglich im niedrigen ein- bis zweistelligen Prozentbereich liegen. Da ein erheblicher Teil der Betriebskosten auf den Energieverbrauch entfällt, können sich Investitionen in eine energieeffizientere Antriebskonfiguration bereits nach kurzer Zeit amortisieren.
Komplexe Auswahlprozesse erschweren die optimale Konfiguration
In der Praxis gestaltet sich die Auswahl der energieeffizientesten Antriebskonfiguration jedoch schwierig. Die relevanten Informationen für Maschinen- und Anlagenbauer sind über zahlreiche Lieferantenplattformen und Webseiten verteilt. Viele Hersteller bieten zwar eigene Konfigurationstools an, doch diese sind meist proprietär und nicht miteinander kompatibel. Das führt zu mehreren Problemen: 1. Jeder Anwendungsfall muss in unterschiedlichen Tools erneut eingegeben werden. 2. Die Ergebnisse sind häufig nicht interoperabel mit anderen Auslegungssystemen. 3. Ein direkter Vergleich verschiedener Herstellerlösungen wird erschwert. Der Aufwand steigt, während die Transparenz sinkt.
Ein Service für herstellerübergreifende Antriebsauslegung
Der im Projekt entwickelte Service energieeffiziente Antriebskonfiguration setzt genau an dieser Stelle an. Er führt den Nutzer Schritt für Schritt durch die Konfiguration eines Antriebssystems und ermöglicht es, die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung zu definieren. Am Ende des Prozesses wird ein standardisiertes Datenmodell erzeugt – ein IDTA-Teilmodell der Verwaltungsschale. Diese standardisierte Systembeschreibung kann anschließend genutzt werden, um passende Antriebskomponenten bei verschiedenen Herstellern anzufragen, ohne für jeden Anbieter ein eigenes Konfigurationstool verwenden zu müssen. Die Hersteller übermitteln daraufhin geeignete Komponenten zurück an den Service. Der Nutzer erhält eine übersichtliche Darstellung möglicher Antriebskombinationen inklusive prognostiziertem Energieverbrauch, berechnetem CO₂-Fußabdruck und erwarteten Total Cost of Ownership auf Basis des Energieverbrauchs. So kann die für die jeweilige Anwendung optimale Kombination schnell identifiziert werden.
Daten aus dem Betrieb verbessern zukünftige Projektierungen
Der Nutzen des Services endet nicht mit der Auswahl des Antriebsstrangs. Während der Inbetriebnahme und im realen Betrieb entstehen wertvolle Daten zur tatsächlichen Performance der Antriebssysteme. Über den Datenraum können Maschinen- und Anlagenbauer auf diese Informationen zugreifen und sie für zukünftige Auslegungen nutzen. Dadurch lassen sich neue Projekte zunehmend datenbasiert optimieren und noch effizienter gestalten. Der Service schafft Mehrwert für alle beteiligten Akteure im industriellen Ökosystem. Maschinen- und Anlagenbauer profitieren von einer deutlich vereinfachten Anfrage und einer höheren Markttransparenz. Sie können schneller die energieeffizienteste Lösung finden und damit Betriebskosten senken sowie die Attraktivität ihrer Maschinen für Betreiber steigern.
Auch für Antriebshersteller eröffnen sich neue Chancen. Proprietäre Konfigurationstools verursachen heute erhebliche Entwicklungs- und Wartungskosten. Wird ein herstellerübergreifender Service von einem Drittanbieter betrieben, können diese Kosten auf mehrere Akteure verteilt werden. Gleichzeitig bleibt das spezifische Know-how zur Auslegung weiterhin bei den Herstellern selbst, etwa in Form ihrer Drive-Sizing-Services. Ein weiterer Vorteil: Der reduzierte Aufwand bei der Konfiguration eines Anwendungsfalls führt dazu, dass Maschinenbauer häufiger Anfragen bei unterschiedlichen Herstellern platzieren. Dadurch entstehen mehr Markttransparenz und ein verbesserter Kundenzugang. Für den Anbieter des Services wiederum entsteht ein neues digitales Geschäftsmodell innerhalb des industriellen Datenökosystems.
Mehr Effizienz durch Kooperation
Der Service energieeffiziente Antriebskonfiguration zeigt, wie digitale Plattformen und standardisierte Datenmodelle die Zusammenarbeit in der Industrie verbessern können. Durch die Vernetzung von Maschinenbauern, Antriebsherstellern und Serviceanbietern entsteht ein transparenterer Markt, in dem Ressourcen effizienter genutzt werden. Das Ergebnis: bessere Entscheidungen bei der Antriebsauslegung, geringere Betriebskosten und ein wichtiger Beitrag zu energieeffizienteren Produktionssystemen.
Energieeffiziente Antriebskonfiguration
Die Auswahl der energieeffizientesten Antriebskonfiguration entscheidet maßgeblich über Kosten und Nachhaltigkeit moderner Maschinen und Anlagen. Ein neuer Service aus dem Projekt Antrieb 4.0 vereinfacht diesen Prozess und schafft herstellerübergreifende Transparenz. Durch standardisierte Datenmodelle und einen digitalen Anfrageprozess können Maschinenbauer schneller die wirtschaftlich und ökologisch beste Lösung finden.