Der geplante Service basiert auf dem Konzept der Verwaltungsschale (Asset Administration Shell), dem zentralen Baustein der Industrie-4.0-Architektur für die digitale Repräsentation von Anlagen, Maschinen und Komponenten. Über diese digitale Struktur können Informationen zu Produkten standardisiert erfasst, ausgetauscht und weiterverarbeitet werden. Insbesondere Stücklisten, Softwarestände sowie sicherheitsrelevante Informationen lassen sich so strukturiert verwalten und über Unternehmensgrenzen hinweg verfügbar machen. Im Rahmen des Services überträgt der Betreiber die Überwachung seiner Maschinen und Anlagen an einen internen oder externen Serviceanbieter. Dieser Serviceanbieter übernimmt die kontinuierliche Beobachtung von Updates und Schwachstellenmeldungen für die in den Anlagen verbauten Komponenten.
Auf Basis dieser Informationen kann der Serviceanbieter gezielt Update- und Sicherheitsmeldungen der jeweiligen Komponentenhersteller sowie Maschinen- und Anlagenbauer abonnieren. Sobald eine relevante Information, beispielsweise ein Softwareupdate oder eine neu identifizierte Schwachstelle veröffentlicht wird, erkennt der Serviceanbieter automatisch, welche Anlagen betroffen sind. Dadurch lassen sich potenzielle Risiken frühzeitig identifizieren und geeignete Maßnahmen ableiten.
„Der angedachte Service ‚Update- & Security-Mitteilungen‘ zeigt, wie sich Cybersicherheit in der Industrie durch digitale Zusammenarbeit effizienter gestalten lässt. Gleichzeitig adressiert er zentrale Hemmnisse beim Datenaustausch mit Dritten, indem er Sicherheitsinformationen strukturiert bereitstellt und so bestehende Sicherheitsbedenken schrittweise abbaut“, erklärt Tomas López Mendez vom Fraunhofer Institut IIS. Gleichzeitig unterstützt der Service Unternehmen dabei, regulatorische Anforderungen wie die des Cyber Resilience Act effizient zu erfüllen. Durch die strukturierte Bereitstellung der relevanten Informationen können Meldepflichten, Dokumentationsanforderungen und Sicherheitsnachweise deutlich einfacher umgesetzt werden.
Wirtschaftliche Vorteile für alle
Neben der Verbesserung der Cybersicherheit bietet er auch wirtschaftliche Vorteile für die verschiedenen Akteure im industriellen Ökosystem. Betreiber von Maschinen und Anlagen können ihre internen Ressourcen stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, während die Überwachung und Bewertung von Sicherheitsmeldungen durch spezialisierte Serviceanbieter erfolgt. Gleichzeitig profitieren sie von einer höheren Betriebssicherheit, einer verbesserten Transparenz über den Zustand ihrer Anlagen sowie einer optimierten technischen Ausstattung.
Für Instandhalter bedeutet der Service eine deutliche Entlastung im Arbeitsalltag. Anstatt selbst kontinuierlich nach Updates oder Schwachstellen zu recherchieren, erhalten sie konkrete und priorisierte Aufgaben. Dadurch können Wartungsmaßnahmen effizienter geplant und durchgeführt werden. Gleichzeitig steigert die strukturierte Bereitstellung von Informationen die Produktivität und reduziert den organisatorischen Aufwand.
Auch für Serviceanbieter eröffnet der Ansatz neue Möglichkeiten. Durch die Bündelung von Update- und Sicherheitsinformationen sowie deren intelligente Auswertung können skalierbare digitale Dienstleistungen entstehen. Diese Services sind für Kunden von hohem Nutzen und gleichzeitig schwer imitierbar, wodurch langfristige Kundenbeziehungen entstehen können.
Maschinen- und Anlagenbauer sowie Komponentenhersteller profitieren ebenfalls von diesem Ansatz. Über standardisierte Informationsschnittstellen können sie ihre Update- und Sicherheitsmeldungen gezielt an die relevanten Nutzer ihrer Produkte weitergeben. Gleichzeitig entsteht ein direkterer Zugang zu den Betreibern der Anlagen, wodurch sich neue Serviceangebote und Geschäftsmodelle entwickeln lassen. Eine höhere Transparenz über eingesetzte Komponenten kann zudem die Nachfrage nach aktuellen und sicheren Produktversionen steigern.
Ein skalierbarer Ansatz für den sicheren Betrieb digital vernetzter Anlagen
Insgesamt zeigt der im Projekt Antrieb 4.0 angedachte Service Update- & Security-Mitteilungen, wie sich Cybersicherheit in der Industrie durch digitale Zusammenarbeit effizienter gestalten lässt. Durch die Kombination aus Verwaltungsschale, automatisierter Informationsverarbeitung und klar definierten Rollen entlang der Wertschöpfungskette entsteht ein skalierbarer Ansatz für den sicheren Betrieb digital vernetzter Anlagen. Eine ausführliche Beschreibung zu diesem und anderen im Rahmrn von Antrieb 4.0 entwickelten Services lesen Sie im Whitepaper „Geschäftsmodelle im Ökosystem Antrieb 4.0“. Das Erscheinungsdatum ist Mitte April 2026.