Auf der Hannover Messe 2026 präsentierte das Reallabor Antrieb 4.0 seine zentralen Projektergebnisse auf dem Gemeinschaftsstand der Plattform Industrie 4.0 unter dem Leitthema „Empowering Industrial AI Ecosystems“. Damit wurden die im Projekt entwickelten Lösungsansätze nicht isoliert vorgestellt, sondern in den Kontext von Plattform Industrie 4.0, Manufacturing-X, souveränen Datenräumen und Industrial AI eingeordnet. Der Messeauftritt diente insbesondere dem Transfer der Projektergebnisse in die industrielle Praxis und zeigte, wie Interoperabilität, standardisierte Datenmodelle und Datenräume die Grundlage für zukünftige datengetriebene Wertschöpfung schaffen können.
Demonstrator macht Datenräume erlebbar
Im Mittelpunkt stand der herstellerübergreifende Demonstrator des Reallabors Antrieb 4.0. Ein Demonstratormodul war auf dem Messestand physisch präsent, weitere Komponenten wurden standortübergreifend eingebunden. Gemeinsam mit Datenraumservern, Edge-Komponenten, Asset Administration Shells (AAS), Datenraumdiensten und interaktiven Visualisierungen wurde gezeigt, wie Betriebs-, Engineering- und Produktdaten entlang des Lebenszyklus von Antriebssystemen interoperabel bereitgestellt und genutzt werden können. Der Demonstrator machte die praktische Umsetzung eines föderierten Datenökosystems nachvollziehbar und lieferte einen konkreten Nachweis für die technische Machbarkeit herstellerübergreifender Datenräume auf Basis offener Standards.
Präsentiert wurden außerdem konkrete Anwendungen aus dem Reallabor, darunter Lösungen für energieeffiziente Antriebsauslegung, Verifikations- und Monitoring-Services sowie digitales Asset Management. Die gezeigten Anwendungen verdeutlichten, wie standardisierte und interoperable Daten genutzt werden können, um Transparenz im Anlagenbetrieb zu schaffen, Effizienzpotenziale zu identifizieren und neue datengetriebene Dienstleistungen zu ermöglichen. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie hochwertige und kontextualisierte Daten künftig die Grundlage für Industrial-AI-Anwendungen bilden können.
Projektergebnisse im Dialog mit der Industrie
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Transfer der Projektergebnisse in die industrielle Praxis. Neben dem Demonstrator wurden zentrale Erkenntnisse und Erfahrungen aus den laufenden Arbeiten zu Interoperabilität, Datenräumen, Mehrwertservices und datengetriebener Wertschöpfung vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie, Forschung und Standardisierung diskutiert. Im Fokus standen Fragen zur praktischen Umsetzung interoperabler Datenräume, zur Nutzung von Verwaltungsschalen und semantischen Standards sowie zu neuen datenbasierten Geschäfts- und Servicemodellen. Die intensive Resonanz bestätigte das große Interesse an konkreten Umsetzungswegen für Manufacturing-X, Datenökosysteme und zukünftige Industrial-AI-Anwendungen.
Für Unternehmen besonders relevant war die Vorstellung des technischen Datenraum-Readiness-Checks. Das Werkzeug unterstützt Unternehmen dabei, den Reifegrad ihrer Systeme einzuordnen und schrittweise Voraussetzungen für Datenraumfähigkeit aufzubauen. Der Readiness-Check basiert auf den im Projekt entwickelten und validierten Architekturbausteinen und bietet eine praxisnahe Orientierung für den Einstieg in interoperable Datenökosysteme.
DPP-Studie liefert Orientierung für Unternehmen
Besonderes Interesse galt darüber hinaus der im Projekt durchgeführten Studie zu Interoperabilitäts- und Komplexitätskosten von Digital-Product-Passport-Systemen (DPP). Die vom Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der Technischen Universität Darmstadt erarbeitete Untersuchung analysiert wirtschaftliche Auswirkungen unterschiedlicher Umsetzungs- und Marktszenarien und identifiziert zentrale Kostentreiber wie Datenmanagement, Interoperabilität, Lieferkettentiefe, Datenqualität und regulatorische Unsicherheiten. Die Ergebnisse liefern Unternehmen konkrete Entscheidungsgrundlagen für die Vorbereitung auf kommende Anforderungen des Digitalen Produktpasses und zeigen zugleich, welchen Beitrag offene und interoperable Standards zur Begrenzung zukünftiger Implementierungsaufwände leisten können. Die Studie wurde auf der Hannover Messe vorgestellt und stand Interessierten als Download zur Verfügung.
Die Resonanz auf dem Messestand bestätigte insbesondere das Interesse der Industrie an praxisnahen Ansätzen zur Umsetzung von Datenräumen, an Lösungen für den Digitalen Produktpass sowie an der Verbindung von Interoperabilität und Industrial AI. Viele Gespräche drehten sich um die Frage, wie Unternehmen schrittweise datenraumfähig werden können und welche technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen. Die im Projekt entwickelten Demonstratoren, Werkzeuge und Studien lieferten hierfür konkrete Orientierungspunkte.
Vom Reallabor in die industrielle Praxis
Die Hannover Messe 2026 markierte damit nicht nur die Präsentation eines erfolgreichen Forschungsprojekts, sondern vor allem den Übergang von der Entwicklung in den Transfer. Während der Demonstrator die technische Machbarkeit interoperabler Datenräume sichtbar machte, wurden gleichzeitig zentrale Projektergebnisse mit dem Fachpublikum diskutiert und für die weitere Verwertung vorbereitet. Als bereits verfügbares Projektergebnis lieferte die Studie zu Interoperabilitäts- und Komplexitätskosten von DPP-Systemen darüber hinaus konkrete Orientierung für Unternehmen bei der Vorbereitung auf regulatorische Anforderungen und zukünftige datengetriebene Ökosysteme.
Antrieb 4.0 zeigte damit, dass herstellerübergreifende Interoperabilität technisch realisierbar ist, dass Datenräume durch konkrete Anwendungen Mehrwert schaffen und dass hochwertige, standardisierte und kontextualisierte Daten eine zentrale Voraussetzung für zukünftige Industrial-AI-Anwendungen darstellen. Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur Entwicklung datenraumfähiger, interoperabler und künftig KI-fähiger Produkte, Systeme und Services.
Antrieb 4.0 zeigte damit, dass herstellerübergreifende Interoperabilität technisch realisierbar ist, dass Datenräume durch konkrete Anwendungen Mehrwert schaffen und dass hochwertige, standardisierte und kontextualisierte Daten eine zentrale Voraussetzung für zukünftige Industrial-AI-Anwendungen darstellen. Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur Entwicklung datenraumfähiger, interoperabler und künftig KI-fähiger Produkte, Systeme und Services.
Beitrag, Dr. Falk Eckert
Fotos: William Veder · Eventfotografie, https://williamveder.de/